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Menschen, Tiere und Konfetti: „Am Ende sind es alles Selbstporträts“

Ein Artikel des Berliner Tagesspiegels, geschrieben von Julia Schmitz.

Menschen, Tiere und Konfetti„Am Ende sind es alles Selbstporträts“

In ihrem Atelier in Oberschöneweide malt Luisa Pohlmann großformatige Ölbilder von Affen in Anzügen und Frauen in üppigen Kostümen.

Von Julia Schmitz erschienen am 15. November 2022 im Tagesspiegel
Gemalt hat Luisa Pohlmann (35) schon immer gerne. „Ungefähr mit 16 Jahren habe ich angefangen, Porträts zu zeichnen. Ich mochte diesen Zustand zwischen Konzentration und Entspannung, der sich dabei eingestellt hat“, erzählt sie. Während des Abiturs bewarb sich die gebürtige Aachenerin für ein Studium an der Kunsthochschule Weißensee, wurde aber abgelehnt. Es folgte ein halbjähriger Mappen-Vorbereitungskurs an der Alanus-Hochschule bei Bonn und die erneute Bewerbung zum Kunststudium – jetzt an der Berliner Universität der Künste. Diesmal bekam sie den Platz.
Nach dem Orientierungsjahr, in dem sie Kurse in Bildhauerei, Fotografie, Malerei und Zeichnung belegte, entschied sie sich für den Schwerpunkt Malerei. Sie wurde Meisterschülerin bei Thomas Zipp, doch war das kaum mit Verpflichtungen verbunden. „Wenn du einmal in der Universität der Künste bist, kannst du eigentlich machen, was du willst. Du kannst zwar alle alles fragen, aber dir wird nicht im klassischen Sinne etwas beigebracht“, sagt sie. Den anfänglichen Plan, auf Lehramt zu studieren, verwarf sie: Es sollte die freie Kunst sein.
Die Schönheit eines Apfels

Eine eigene künstlerische Handschrift habe sie erst gegen Ende des Studiums entwickelt, erzählt Luisa Pohlmann. „Eigentlich bin ich immer noch mittendrin, meinen Stil zu finden. Ich will ein schönes Porträt malen, aber ohne es künstlich zu verschönern. Darin liegt eine große Falle.“ Ihre großformatigen Ölgemälde zeigen Orang-Utans in grünen Samtanzügen, Hamster, Kraken und Clowns. Frauen in üppig gestalteten Blumenkleidern schauen mit forschem Blick von der Leinwand herab, in der Luft fliegt Konfetti. Seit 2019 arbeitet Luisa Pohlmann in einem Atelier in der Wilhelminenhofstraße in Oberschöneweide, teilt sich den Raum mit einer anderen Künstlerin.

“Es steckt sehr viel von mir in den Bildern. Vielleicht sind es am Ende alles Selbstporträts”

Die Tiere, die in Luisa Pohlmanns Bildern auftauchen, verkörpern aber nicht die Eigenschaften, die man ihnen im Volksmund zuspricht; es geht um die Darstellung menschlicher Attribute und Seelenzustände. Als Vorlage dienen ihr Fotografien oder Zeitungsausschnitte; dann versucht sie, die gezeigten Personen oder Tiere so darzustellen, wie sie wirklich sind. Am Anfang jedes Malprozesses stehe immer ein Gefühl, sagt Luisa Pohlmann, auch die tagesaktuelle Stimmung spiele eine Rolle. Manchmal überarbeitet sie ein Bild so oft, dass am Ende etwas ganz anderes herauskommt, als sie zunächst geplant hatte. „Es steckt sehr viel von mir in den Bildern. Vielleicht sind es am Ende alles Selbstporträts“, sagt sie und lacht.

Inspiration findet die 35-Jährige vor allem in der Natur, in Sonnenuntergängen, Blumen und Mustern. „Einmal habe ich mir eine Stunde lang einen Apfel ganz genau angeschaut und gedacht: Wahnsinn, wie schön so ein Apfel ist! Ich bin fasziniert davon, wie etwas in der Natur einfach aus sich heraus entstehen kann. Und dann gehe ich in mein Atelier und denke, dass ich das in dieser Perfektion gar nicht wiedergeben kann!“

Das ganze Interview ist zu lesen bei:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/menschen-tiere-und-konfetti-am-ende-sind-es-alles-selbstportrats-8861314.html

Petit formal Kopie

Upcoming Exhibition: “Schöne Aussicht” Neurotitan Galerie (21.01 – 11.02.2023)

“Schöne Aussicht”

Eine Gruppenausstellung mit Luisa Pohlmann, Jens Hunger, Brigitta Friedrich, Andrea Imwiehe und Peter Lindenberg.

Unter dem Motto „Menschen, Tiere, Illusionen“ zeigt das Kollektiv ihre facettenreichen Kunstwerke.

Wann:

21.Januar-11.Februar 2023

Vernissage: Samstag, 21. Januar 2023, 18 Uhr

Wo: 

Neurotitan Galerie, Haus Schwarzenberg, Rosenthaler Straße 39, 10178 Berlin